GEESTLAND tw · Der Sommer ist auch immer die Zeit der Sommertouren. Eine Zeit, in der Bundes- und Landespolitiker vor Ort fahren, um in entspannter Stimmung über Themen der Region zu sprechen, oft verbunden mit Firmenbesuchen oder Treffen mit Bürgern. Ein Format, das in Zeiten von Corona so nicht umzusetzen ist.
Der hiesige Bundestagsabgeordnete Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, machte aus der Not eine Tugend und fand eine andere Form der Ansprache. Er besucht zurzeit reihum die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Gemeinden in seinem Wahlkreis, spricht mit ihnen darüber, was sie und ihre Gemeinden bewegt, wie sie mit der Corona-Krise zurechtkommen und wie die aktuelle Lage aussieht. „So bekomme ich einen guten Überblick und kann auch Hilfestellung bei Förderprogrammen und Ansprechpartnern geben“, so Ferlemann. Und die Rückmeldung der Bürgermeister sei gut. Sie fänden, dass mit der Corona-Krise gut umgegangen wird und so hörte er als Rückmeldung oft: „Das habt ihr im Bund richtig gut gemacht“. Doch nicht nur Corona, auch die allgemeine Situation in den Gemeinden stand zur Debatte, Negatives wie Positives. So ging es etwa in Krautsand um die Verschlickung der Elbe und in Hemmoor, erhofft man sich Hilfe, um mit einem Kreisel die Verkehrssituation auf der B 495 zu entlasten.
Am Freitag schaute Ferlemann auch in Geestland vorbei, wo er von Bürgermeister Thorsten Krüger in einem der Highlight-Bauten der Stadt empfangen wurde – der neuen Grundschule in der Seminarstraße in Bederkesa. Letzte Bauarbeiten werden hier noch erledigt. Doch pünktlich zum Schulstart am 27. August kann es hier losgehen. Und obwohl es bei den Planungen noch nicht absehbar war, unter für Coronazeiten perfekten Bedingungen. Der helle, lichtdurchflutete Bau bietet auf 4.400 Quadratmetern viel Platz für die rund 280 Schüler. Während sich im unteren Bereich die gemeinsam genutzten Räume wie Mensa, Lehrküche, Bibliothek, Bastel- und Ruhe­inseln und andere variable nutzbare Räume befinden, sind die Klassenräume nach Jahrgangsstufen in einzelnen Häusern untergebracht. So sind die erste, zweite, dritte und vierte Klasse mit je drei Klassenräumen, einem Differenzierungsraum und eigenem Sanitärbereich unter sich. Die Klassenräume haben alle einen eigenen Außenbereich mit Terrasse oder Balkon und sind mit interaktiven Whiteboards ausgestattet
Das Besondere an dem Projekt ist, dass von Anfang an alle Beteiligten von den Lehrern über die Eltern bis zu Verwaltung und Politik beteiligt waren. „Wir haben in Workshops überlegt, wie die Schule aussehen kann und haben zusammen den Planer ausgesucht“, so Krüger. Und dabei ein gutes Händchen bewiesen. Nach dem ersten Entwurf musste nur eine Wand versetzt werden, alles andere hatten die Planer genauso umgesetzt wie gewünscht, erinnert sich Krüger. Und so sei der Bau am Ende auch von Eltern und Lehrern gut angenommen worden.
Der Neubau der Grundschule ist das größte Projekt der Stadt Geestland nach der Fusion, so Krüger, mit einer Investitionssumme von elf Millionen Euro.

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