BREMERHAVEN re · Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte bietet zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, auf seiner Website ein digitales Angebot rund um das diesjährige Motto „Chance Denkmal: Erinnern, Erhalten, Neu Denken“. Im Moment ist das Gebäude für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und wird saniert. Podcast-Beiträge ergänzen die Textbeiträge und Fotos zum historischen Bau, der nach dem Entwurf des Architekten Hans Scharoun im Jahr 1975 eröffnet wurde. Die Interviewpartner stammen aus den Bereichen Architektur, Denkmalschutz und Kultur.

Der 1893 in Bremen geborene Scharoun verbrachte seine Kindheit und Jugend in Bremerhaven. Er war beim Entwurf bestens mit der Umgebung vertraut. Die organische Architektur des DSM ist seit 45 Jahren fester Bestandteil der Stadt. Die geschickte Verzahnung des bestehenden Baus um die mittelalterliche Kogge mit der Erweiterung durch den Entwurf Scharouns fügt sich heute in die Promenade der Havenwelten ein. Im Web-Special wird seine Bau- und Nutzungsgeschichte vorgestellt. Denn die Wahrnehmung des Gebäudes schließt neben historischen auch technische und ästhetische Aspekte mit ein.

Hans Scharoun war ein Außenseiter der Moderne und dennoch stark von ihrer Formensprache beeinflusst. Wiederkehrende geometrische Elemente wie die runden Bullaugenfenster oder die relingartigen Geländer lassen sich an mehreren seiner umgesetzten Bauten entdecken. Diese Details und architektonischen Elemente blieben auch in seinem Spätwerk wiedererkennbar, zu dem auch das Gebäude des Deutschen Schifffahrtsmuseums zählt, dessen Eröffnung er nicht mehr miterlebte. Darauf basierend ist ein gedanklicher Rundgang entstanden und die Konzeption einer Podcast-Reihe begann.

Das Gebäude ist für seine Nutzung durch Menschen auf mehreren Ebenen konzipiert. Scharouns Augenmerk galt bereits damals Mensch und Umwelt, was sich in seinen fortschrittlichen Wettbewerbsbeiträgen zeigte und auch in der baulichen Umsetzung für manche technische Unwägbarkeit sorgte. Die Verschalung der Wände, die Übergänge der Lichtsituationen und die ineinandergreifenden Gebäudeteile weisen bereits von außen auf die nötige handwerkliche Präzision im Inneren hin. Die damals verwendeten Materialien müssen im Zuge der anberaumten Sanierungsmaßnahmen neu bewertet werden.

„Wir versetzen das Gebäude einerseits in seinen Urzustand zurück und schaffen andererseits Bedingungen für eine moderne Museumsnutzung“, sagt Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin des DSM. Die große Herausforderung, ein solches Gesamtkunstwerk mit Blick auf eine museale Nutzung zu sanieren, bindet viele Kräfte. Neben dem Denkmalschutz müssen thematische, inhaltlich-fokussierte sowie finanzielle und städtebau-planerische Elemente berücksichtigt werden. Die spannende Diskussion über eine gemeinsame Arbeit am Scharoun-Bau zeigt sich anhand der historisch motivierten Podcast-Interviews. Sie lassen eine Reihe der beteiligten Akteure aus ihrer fachlichen Perspektive zu Wort kommen.

Historische Ansichten und ausgewählte Fotobeiträge ergänzen die Übersicht zur Architektur des Gebäudes. Sie bieten Einblicke in die Geschichte des Scharoun-Baus, seine Entstehung und Nutzung. Luftaufnahmen, Innenansichten und Details ermöglichen den virtuellen Zugang zu einem Denkmal, das derzeit nicht besichtigt werden kann. Das historische Potenzial des Gebäudes wird sichtbar und schenkt Vorfreude auf eine Wiedereröffnung des Scharoun-Baus.

Das Web-Special mit Fotos, Infotexten und Podcast-Beiträgen zum Scharoun-Bau ist ab dem 13. September unter www.dsm.museum/scharoun zu finden.

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