CUXHAVEN tw · Dass es keine normale Jahreshauptversammlung werden würde, hatte Marieke Lindschau bestimmt geahnt. War es doch ihre letzte als Vorsitzende des Vereins „Bürger für das Schloss Ritzebüttel“. Oberbürgermeister Uwe Santjer schaffte es dann aber doch noch sie zu überraschen. Für ihre Verdienste um das Schloss zeichnete er sie mit der Schlossmedaille aus. „Mit einer Leidenschaft die ansteckend ist, haben sie sich für das Ensemble eingebracht“, betonte er und schloss in seine Würdigung den ganzen Verein mit ein, der durch seine Arbeit, „den guten Geist hier reingebracht hat“. Mit einer Frau an der Spitze, die in den letzten elf Jahren viele Dinge auf den Weg gebracht habe. „Zugänglich, liebevoll aber auch anpackend.“
In Marieke Lindschaus Zeit fielen die Anschaffung des Steinway-Flügels, die Sanierung des Portikus und die Sanierung der Kanonen. Und auch an der denkmalgerechten Sanierung des Gärtner- sowie des Schweizerhauses und an dem unmittelbar bevorstehenden Einbau eines Aufzugs am Schloss Ritzebüttel sei sie maßgeblich beteiligt gewesen. „Immer wenn es zwickte und um das Wohl des Schlosses ging, war der Schlossverein ein verlässlicher Partner für die Stadt Cuxhaven“, so Santjer. Lindschau zeigte sich ob der Auszeichnung sprachlos und gerührt. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte sie und bedankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit auch mit ihren Vorstandskollegen. „Es war eine tolle Zeit und einfach nett, mit euch zusammen zu sein.“
In ihrem letzten Jahresbericht machte sie noch einmal deutlich, wie es der Schlossverein schafft, sich nicht nur ideell sondern auch finanziell für das Schloss einzusetzen. Durch viel Veranstaltungen, „durch die wir im letzten Jahr wieder viele Einnahmen erzielt haben“. Veranstaltung wie der Kunst- und Handwerkermarkt, die in diesem Jahr, wie überall coronabedingt, nicht durchgeführt werden konnten und können. Einen Lichtblick gab es jedoch. „Das Gärtnerhaus ist nach der coronabedingten Schließung bis zum November ausgebucht.“
Eines der von ihr mit angeschobenen Projekte konnte in ihrer Amtszeit nicht beendet werden. Der Außenfahrstuhl in den ersten Stock, für den der Schlossverein 123.000 Euro an die Stadt gespendet hat. „Eigentlich sollte er im Herbst stehen“, sagte sie. Angesichts noch nicht begonnener Bauarbeiten „fehlt mit der Glaube“. Doch sie gibt die Hoffnung nicht auf. Denn die Ansage aus dem Rathaus lautet: „Er ist bestellt“.
Zu Marieke Lindschaus Nachfolgerin wurde einstimmig ihre Stellvertreterin Melanie Eitzen-Fischer gewählt. Deren Platz übernimmt Dietmar Rehfeldt. Für den scheidenden Schatzmeister Timo Böhme ist Bernd Kreft in den Vorstand gewählt worden.

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