OSTERBRUCH tw · Vor vier Jahren ging für die Osterbrucher ein großer Wunsch in Erfüllung. Am 3. Dezember 2016 fand die Einweihung des genossenschaftlich betriebenen Dorfladens statt. Der Zuspruch der Kunden ist seitdem kontinuierlich gestiegen. Denn „Unser Laden“ mit kleiner Café-Ecke ist nicht nur ein Ort des Einkaufens, sondern auch ein Treffpunkt zum Kaffeetrinken und Klönen. „Einkaufen kann man überall. Aber der Dorfladen ist mehr als Einkaufen, er ist Dorfleben“, sagt der ehrenamtlich tätige Geschäftsführer Andreas Meyer, der neben Peter von Spreckelsen und Thorsten Steffens auch Gesellschafter ist. Oder wie von Spreckelsen bei einem Pressegespräch mit EWa betont: „Wir verkaufen nicht nur Waren, sondern auch Emotionen.“
Doch natürlich muss sich auch ein Dorfladen der genossenschaftlich aufgestellt ist, finanziell tragen. Schließlich arbeiten hier fünf festangestellte Mitarbeiterinnen. Durch zusätzliche Angebote wie kleine Veranstaltungen oder Catering konnte die Einnahmesituation verbessert werden. „Auch wenn wir das Ziel noch nicht ganz sehen konnten, der Weg ging nach oben“, so Steffens. Doch dieses Jahr wirbelte auch hier alles durcheinander. „Das Corona-Virus hat uns im vollen Lauf ein Bein gestellt“, so Meyer. Was dazu führte, dass die Umsätze nicht mehr so sind wie sie sein sollten. Zwar hat „Unser Laden“ unter anderem auch durch den angebotenen Lieferservice neue Kunden gewonnen, doch diese zusätzlichen Einnahmen kompensieren nicht das was weggefallen ist, wie etwa das Catering, Frühstücksrunden oder Veranstaltungen.
„Unser Laden“ hat jedoch einen großen Vorteil, wie die drei Gesellschafter aufzeigten. Der Ort insgesamt und auch die Politik stünden hinter dem Geschäft. Die Genossenschaft selbst hat 140 Anteilseigner. Aber auch das ganze Dorf mit seinen rund 500 Einwohnern habe ein großes Interesse, den Dorfladen zu erhalten. „Denn der Laden hat unser Dorf positiv verändert.“
Und noch ein Punkt ist laut von Spreckelsen unabdingbar: „Es braucht einen institutionellen Rahmen.“ Sowie Bürger, die durch ehrenamtliche Arbeit aber auch durch Spenden den Dorfladen unterstützen. Etwa als die alte Frischetheke ihren Geist aufgab und eine neue gebraucht wurde. Durch eine Spendenaktion kamen rund 3.500 Euro zusammen. „Das zeigt die große Identifikation mit dem Dorfladen“, freut sich von Spreckelsen. Und sie haben noch einen großen Unterstützer: den Windpark Osterbruch, „ohne den wir den Laden dicht machen könnten“. Dieser habe in diesem Jahr richtig auf Geld verzichtet und den Dorfladen gesponsert. Und trotz der jetzigen durch die Corona-Pandemie angespannten Zeit, haben die drei und ihre Mitstreiter schon eine Menge neuer Ideen auf Lager, von denen sie eine schon in Angriff genommen haben. Der neben dem Dorfladen stehende Schuppen soll abgerissen und ein neuer Anbau zu einem kleinen kulturellen Mittelpunkt umgestaltet werden. Ein Ort, in dem Veranstaltung auch durch den Osterbrucher Verein „kultur pur“ durchgeführt oder kleine private Feiern abgehalten werden könnten. Hierfür wurde bereits ein Förderantrag im Rahmen des Programms „Lebendiges Zentrum“ gestellt, der inzwischen auch positiv beschieden wurden, das heißt die Kos­ten von rund 440.000 Euro werden zu 90 Prozent gefördert. „Wir hoffen im nächs­ten Jahr mit dem Anbau anfangen zu können“, so von Spreckelsen. Entstehen soll eine kulturelle Begegnungsstätte die vielfältig nutzbar ist. Über eine Dachterrasse soll dann auch ein offener Zugang zum über dem Dorfladen liegenden Saal geschaffen werden, in der Hoffnung diesen auch irgendwann nutzen zu können. „Doch das ist noch große Zukunftsmusik.“

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