GEESTLAND tw · Es ist eine „spannende, lehrreiche und interessante Zeit“, auf die Gaby Maschke zurückblicken kann. Nach 20 Jahren ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Geestland am 1. Dezember in den „Unruhestand“ gegangen. Und das „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Denn so sehr sie sich darauf freut, sich jetzt ganz entspannt auch einmal anderen Sachen widmen zu können, so sehr wird sie auch manches vermissen, wie etwa den „Frauenstammtisch“, „der mir ans Herz gewachsen ist“.
In den 20 Jahren ihrer Arbeit war es ihr immer ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen im Familien- und Berufsleben auch an sich selbst denken sollen. „Frauen vergessen oft, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen“, findet sie. Ein Fehler, der ihnen im Lauf ihres Lebens Nachteile bringen könne. „Es ist wichtig, dass sie ihre Rechte einfordern und sich informieren. Und das nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“
Hier bot der Frauenstammtisch die Plattform, in Vorträgen auf die verschiedensten Themen wie Familien- und Scheidungsrecht, Altersvorsorge oder Gesundheitsthemen aufmerksam zu machen, sei es bei „Meine Kinder, deine Kinder, unsere Kinder“, „Ich darf so sein wie ich bin“ oder „Schlagfertig reagieren“. Über 160 Informationsveranstaltungen sind so im Lauf der Zeit zusammen gekommen.
Der Hartnäckigkeit der Frauen des 1996 von Heidrun Kreutzer-Großmann gegründeten Frauenstammtisches war es auch zu verdanken, dass die Stadt Langen schon im Jahr 2000 eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte, damals noch Frauenbeauftragte, bekam. Ein Amt, das Gaby Maschke bereits ein Jahr zuvor ehrenamtlich übernommen hatte. Die Hauptamtlichkeit war in der damaligen Zeit ein Alleinstellungsmerkmal. Denn hauptamtlich ist eine Gleichstellungsbeauftragte für eine Kommune erst ab einer Einwohnerzahl von 20.000 Einwohnern verpflichtend. Eine Zahl, die erst 2015 mit der Bildung der Stadt Geestland überschritten wurde.
Über ihrer Arbeit stand das Zitat der Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert, einer der Mütter des Grundgesetzes: „Es ist ein grundlegender Irrtum, bei der Gleichberechtigung von Gleichheit auszugehen. Die Gleichberechtigung baut auf Gleichwertigkeit auf, die Andersartigkeit anerkennt.“
Eines der zentralen Themen ihre Arbeit war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für sie eine der wesentlichen Voraussetzungen für die faktische Gleichstellung der Geschlechter. Hier gehe die Geestländer Verwaltung mit gutem Beispiel voran, wie sie betont. „Wir sind im Rathaus, vor allem auch durch unseren Bürgermeis­ter Thorsten Krüger, der Zeit weit voraus.“ Ein sichtbares Zeichen sei dabei die paritätische Besetzung von Leitungsfunktionen im Rathaus, aber auch das Audit „Beruf und Familie“. Das Zertifikat wurde 2007 das erste Mal erteilt und hielt auch den Reauditierungen stand.
Neben der Teilnahme an Bewerbungsgesprächen und Sitzungen, sozusagen die Pflicht, war sie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bürgerinnen und Bürger da. Hatte ein offenes Ohr für sie, wenn es etwa um die Benachteiligung im sozialen und beruflichen Alltag ging oder Unterstützung gesucht wurde, um Rechte durchzusetzen, und suchte gemeinsam mit den Ratsuchenden nach Lösungswegen.
Selbst etwas zu kreieren und zu entwickeln war ihr zudem ein Herzensanliegen. So war sie Mitinitiatorin unter anderem der Unternehmerinnenmesse, der Senioren-Informationsbörse, der Arbeitsplatzbörse und des Bücherdrachenfestes.
Auch in diesem Jahr stand noch einiges auf Gaby Maschkes Agenda. Aber auch ihr machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. So kann auch der jährliche Neujahrs­empfang des Frauenstammtisches im Januar in der Musikschule nicht stattfinden, der eine gute Möglichkeit geboten hätte, sich von ihr zu verabschieden. „Aber es kommen wieder bessere Zeiten. Wir werden uns auf jeden Fall wiedersehen“, verspricht sie.

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