BEDERKESA sh · „Vom Himmel hoch da komm ich her“ singt man als Weihnachtslied gerne in der jetzigen Zeit. In den Himmel hoch schaut man von Bederkesa. An der dortigen Sternwarte sucht man nach Exoplaneten. Exoplaneten sind eine Besonderheit im All, das ohnehin nicht arm an Besonderheiten ist. Exoplaneten sind planetare Himmelskörper außerhalb des gravitativen Einflusses der Sonne, aber innerhalb des gravitativen Einflusses eines anderen Sterns. Im Gegensatz zu unserem Mond, der deutlich im Einfluss der Sonne steht.
Jetzt ist die Suche nach Exoplaneten nicht nur eine optische, sondern vor allen Dingen auch eine mathematische Sache. Gut also, dass in Bederkesa am Niedersächsisches Internatsgymnasium die Astronomie AG unter der Leitung von Dr. Jens-Peter Jacobsen (Foto: sh) agiert. Jacobsen ist zu dem Mitbegründer der Astronomischen Vereinigung Elbe-Weser 2000. Der studierte Doktor der Hochgebirgsgeografie ist schon seit seiner Kindheit fasziniert vom All und begann als Försterssohn die dunklen Nächte rund ums elterliche Haus zum Sternenblicken zu nutzen. Das blieb bis heute sein Leben bestimmendes Hobby.
Mit Fördermitteln vom Land, der Stadt und vor allem durch private Sponsoren konnte 2008 beim Neubau des NIG eine Sternewarte eingerichtet werden. Die Sternwarte wurde mit verschiedenen Teleskopen sowohl zur nächtlichen Himmelsbeobachtung als auch zur speziellen Sonnenbeobachtung ausgestattet. Die Teleskope erhielten außerdem hochauflösende Kameras, die den Blick weit ins All hinaus speichern.
Extrem erfolgreich ist die Astronomie-AG bei ihrer Suche nach Exoplaneten. Momentan beschäftigt man sich mit dem Thema Lichtkurven von Sternen. Anhand solcher Lichtkurven lassen sich veränderliche Sterne klassifizieren und physikalische Prozesse ableiten und sind eine durchaus mathematische Arbeit. Aus Fotostrecken vom Teleskop wurde am NIG von Jona Hoppe eine Facharbeit zum Thema „Die Suche nach extrasolaren Planeten“ angefertigt. Die Arbeit wurde von der Hans Riegel Stiftung im Jahr 2017 mit einem Fachpreis in Physik ausgezeichnet. Das einzige, was momentan dem Verein fehlt, ist eine Örtlichkeit für den regelmäßigen Stammtisch. Doch wenn die Corona-bedingten Einschränkungen aufgehoben werden, sollte dies kein großes Problem werden.

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