LANDKREIS re · Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert die Träger von Kindertagesstätten im Landkreis Cuxhaven dazu auf, in den Kitas die Kontakte durch kleine und konstante Gruppen zu begrenzen. Angesichts der weiter hohen Infektionszahlen und des Lockdowns ist das Angebot in Kindertagesstätten sofort auf Notbetreuung umzustellen.
„Die Entscheidung, ob Kinder in den Kindertageseinrichtungen betreut werden, darf nicht einfach auf die Eltern abgeschoben werden“, äußert sich Jana Mehl von ver.di. Die Politik müsse jetzt eine klare Orientierung geben und Verantwortung übernehmen. „Für die Phase des verschärften Lockdowns muss das Betreuungsangebot in den Kindertagesstätten auf Kinder von Beschäftigten, beispielsweise des Gesundheitswesens, der kritischen Infrastruktur und des Lebensmitteleinzelhandels begrenzt werden. Das schützt Kinder, Eltern und Erzieherinnen und Erzieher gleichermaßen“, so Mehl. Sie bekommt Nachrichten aus Einrichtungen wie diese, wonach die Beschäftigten „.. wirklich erschrocken sind, dass die Kitas in der momentanen Lage nicht einmal das Szenario B erreichen und es herrscht großes Unwohlsein darüber, dass weiterhin sogar alles durchmischt werden darf“. Eine weitere Erzieherin beklage sich, dass nach wie vor zu viele Kinder in den Einrichtungen sind, obwohl ja alle die Kontakte einzuschränken haben.
Eine grundsätzliche Schließung der Kindertagesstätten statt eines Appells an die Eltern ist laut ver.di auch aus einem anderen Grund wichtig: Nach dem Infektionsschutzgesetz können Eltern nur dann eine staatliche Verdienstausfallentschädigung geltend machen, wenn die Kita behördlich geschlossen wurde. ver.di-Gewerkschaftssekretärin Erika Czerny-Gewalt: „Solange die Entscheidung bei den Eltern bleibt, gehen sie die Gefahr ein, keinen Anspruch auf Lohnersatzleistung zur Betreuung ihrer Kinder zu haben.
Seit der Ankündigung des Lockdowns sei ungeklärt, ob der Bund den Eltern Sonderurlaubstage finanziere, erfuhr Czerny-Gewalt von der stellvertretenen Bundesvorsitzenden Behle. „Diese Finanzierung ist notwendig, und sie muss schnell entschieden werden.“ Andernfalls stünden Eltern vor dem Dilemma, entweder auf notwendiges Einkommen oder auf notwendigen Infektionsschutz für sich, ihre Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher verzichten zu müssen. Dazu sei es vor allem notwendig, auch in den Kitas die Kontakte durch kleine und konstante Gruppen zu begrenzen.
Die Bedeutung der Kindertagesstätten wird in Corona-Zeiten besonders deutlich, findet die Gewerkschaft ver.di., aber auch die zusätzliche Belastung und Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten. „Als Berufsgruppe, die ohne Schutzkleidung und oft ohne Abstand, aus pädagogischen Gründen häufig auch ohne Maske mit kleinen Kindern arbeitet, sind Kita-Beschäftigte durchgängig gefährdet, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen gut geschützt werden“, erläutert Mehl.
Ver.di fordert daher einen verbesserten Gesundheitsschutz: „Alle Kita- Beschäftigten müssen die Möglichkeit haben, auf kostenlose FFP2- Masken zuzugreifen und sich regelmäßig über Schnelltests testen zu lassen. Bei der Planung für die erste Impfphase müssen die Beschäftigten der Kindertagesstätten neben anderen besonders gefährdeten Gruppen als Berufsgruppe prioritär mit einbezogen werden, um die Möglichkeit zu haben, sich freiwillig impfen zu lassen.“

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