BEDERKESA/BREMERHAVEN sh · Keine Frage, die Einschränkungen auf Grund der Pandemie treffen viele hart, einige sogar besonders hart. Die Gruppe der Gastronomen könnte ein Lied davon singen. Manche tun es auch, andere versuchen die Zeit im Lockdown für die Zeit nach dem Lockdown zu nutzen.
Wie das geht, zeigen der Bösehof in Bad Bederkesa sowie das Restaurant Pier 6 in Bremerhaven.
Als Romantikhotel setzt man im Bösehof fast ausschließlich auf Touristen und so gut wie nicht auf Übernachtungen aus beruflichen Gründen. Traditionell ist die Weihnachtszeit bis über den Jahreswechsel hinaus eine besonders intensive, kommen doch neben den reinen Urlaubern auch viele Gäste, die ihre Familien über die Tage besuchen möchten. Eine Unmöglichkeit dieses Jahr. Was also tun? Man kann nicht einen Hotelbetrieb inklusive gehobener Gastronomie innerhalb eines Tages hochfahren. Allein das Heizen des hauseigenen Schwimmbades braucht drei Tage. Und Vorräte müssen frisch beschafft werden, soll das Niveau des Hauses gehalten werden. Natascha Grotjohann und Andrea Roming haben schweren Herzens beschlossen, bis zum 24. Februar 2021 den Betrieb ruhen zu lassen. „Eine Planung für die Tage zwischen den Jahren ist momentan einfach nicht möglich“, so Andrea Roming. Stattdessen wird die Zeit genutzt, um die Zeit nach dem Lockdown vorzubereiten. „Erlebnismomente in der Gastronomie sind genauso wichtig wie im Hotelbetrieb“ ergänzt Natascha Grotjoahnn. Und da man im Bösehof festgestellt hat, dass der Altersschnitt der Gäste nach unten zeigt, wird neben dem klassischen Wellness-Urlaub auch der Aktivurlaub verstärkt entwickelt. Ein Schnupperkurs beim hiesigen Golfclub ebenso wie die Zusammenarbeit mit dem Bördebootverein auf dem See und dem Kanal, darüber hinaus vorbereitete Fahrradtouren und ein Nordic-Walking-Programm werden den Gästen 2021 angeboten. Und kulinarisch geht es im Februar direkt mit den Fischwochen los. Weitere Themenabende respektive -wochen werden folgen. Was der Leitung des Hauses aber besonders wichtig ist, dass in der Zeit des Lockdowns das Stammpersonal gehalten wird. Und das ist in der Zeit der schweren Entscheidungen eine wahrlich gute Nachricht.
Ähnlich sieht es im Restaurant Pier 6 aus. Gehobene Gastronomie auch hier, doch die Tische müssen leer bleiben. Steffen Heumann sagt dazu „bis über den Jahreswechsel hinaus“. Trotzdem ist die Küche aktiv. Takeaway eben, mit stark reduzierter Karte. Und so erreicht das Pier 6 seine Kunden zu Hause und auch in den Büros. „Hierfür haben wir entsprechende Warmhalteboxen besorgt“ erläutert Steffen Heumann. Da auch für den gesamten Januar trotz ausgefuchstem Hygienekonzept nicht mit normalem Restaurantbetrieb zu rechnen ist, plant man im Pier 6 sich „breiter aufzustellen“. Soll heißen einerseits auf Takeaway setzen, andererseits mit Catering und gastronomischer Beratung auf dem Markt präsent bleiben. „Als weiteres Standbein denke ich gerade über ein weiteres Restaurant mit ganz neuem Konzept nach“, so Steffen Heumann. Er hat dabei einen sehr klaren Wunsch: „Endlich wieder Normalität.“

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