BREMERHAVEN re · Was alles an Bord eines Forschungsschiffes passiert, warum sich der Kapitän und die Fahrtleitung nicht immer einig sind und was wirklich gegen Seekrankheit hilft, verrät das neue Hörspiel „Forschen auf See“. Es kann ab sofort auf der Website des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte unter www.dsm.museum/meteor abgerufen werden. „Forschen auf See“ basiert auf Interviews, die der Regisseur und Autor Jens-Erwin Siemssen an Bord der „Meteor“ führte. Fünf Wochen kreuzte das Schiff im Frühjahr 2017 auf dem Südatlantik vor der namibischen Küste und untersuchte Filamente, also molekulare Strukturen.
Siemssen, eigentlich Leiter der Theatergruppe „Das Letzte Kleinod“, reiste mit, weil er sich auf ein dokumentarisches Theaterstück zur „Meteor“ vorbereitete, das im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“ in Kooperation mit dem DSM entstand: Das Hörspiel ist daher bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen Theater und Museum. Siemssen sprach an Bord mit der Crew und den Forschenden über das wissenschaftliche Arbeiten auf einem Forschungsschiff und zeichnete die Gespräche auf. Aus den Interviews entstand das Hörspiel, das die bestehenden Ausstellungsinhalte zum Thema Forschungsschifffahrt ergänzt. Während der coronabedingten Schließung des Museums stehen die Hörclips „Ozean“, „Fahren“, „Forschen“ und „Leben“ zusätzlich als digitales Angebot zur Verfügung. Sie führen die Hörenden durch alle Ebenen eines Forschungsschiffs und erzählen vom turbulenten Alltag auf See, bei dem schon mal ein teures Messgerät am Meeresgrund verloren gehen kann.
Im Dezember sprachen vier Schauspieler und Schauspielerinnen die dokumentarischen Texte an Bord der „Heincke“ im Bremerhavener Fischereihafen ein. Die Dialoge zeigen die „menschliche, andere Seite“ der Forschungsschifffahrt und könnten so an Bord jedes Forschungsschiffes und zu fast jeder Zeit zu hören gewesen sein. „Das Hörspiel haben wir so produzieren können, wie wir auch unsere Theaterstücke am liebsten realisieren – am Schauplatz des originalen Geschehens. Dass die Produktion an Bord eines Forschungsschiffes entstehen konnte, macht den Reiz dieses Projekts aus“, sagt Siemssen.
„Forschen auf See“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Theatergruppe „Das Letzte Kleinod“ und dem Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM). Die Künstlergruppe ist eigentlich am historischen Bahnhof von Geestenseth – zwischen Bremerhaven und Bremervörde – beheimatet. Von dort aus bereist sie im Ozeanblauen Zug auf Schienen ganz Europa, um Stücke aufzuführen.
Die Produktion wurde mit Mitteln des Programms „Neustart Kultur“ der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien realisiert, mit dem pandemiebedingte Investitionen und Projekte verschiedener Kultursparten gefördert werden. Foto: Jens-Erwin Siemssen

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