Große Überraschung: Wir haben ein neues Jahr. Gänzlich ungebraucht, möchte es ausgepackt werden. Versprochen wurde uns viel, mal sehen, was daraus wird. Die Verpackung stimmt schonmal. Ein sanfter Schleier aus Impfbescheinigung, vereinfachter Steuererklärung und einem neuen amerikanischen Präsidenten bilden sozusagen die Außenhaut. Und darunter? Natürlich nur Gutes. Und Schönes. Wir sind ja Menschen und deshalb per se gut drauf. Und erwarten deshalb auch das Gute und Schöne.
Zum Beispiel mit dem Rückblick als Ausblick. Wir mussten ja das Fest der Feste in stark reduzierter Personenstärke zelebrieren. Galt die letztjährigen Weihnachtsfeste dabei eigentlich immer dem heimlichen Wunsch, die Schwiegermutter und weitere Mitglieder der Familienmischpoke bestehend aus altbacken(d)er Schwägerin (wegen des traditionellen Gebäcks rund um den Zimtstern), der ewig nörgelnden kampfgeschminkten 14 jährigen Nichte nebst dem Kraftgel-verzierten Bruder mögen doch bitte ihr „Christkind ist gekommen“ auf einem Traumschiff fernab in der Karibik intonieren, so wurde dieses Jahr aus dem Traum der Albtraum. Wir mussten verzichten. Die Betonung liegt hier auf mussten.
Denn merke: Erst die verbotene Frucht schmeckt so richtig gut. Stattdessen also Ruhe. Kein Gezänk ob Kartoffel oder Kloß, ob Bratwurst oder Gans auf der festlichen Tafel.
Könnte so weitergehen, nur
anders möchte man sich wünschen. Und wünscht direkt weiter. Beruflich beispielsweise. Ach, wenn doch der ewig nörgelnde Chef ob der x-ten Zigarettenpause wieder vor Ort sei. Vorgenommen haben wir Raucher uns doch sowieso weniger zu quarzen. Ach, wie schön wird es sein, im Sommer wieder auf Malle mittels alkoholischer Getränke sich in den Rausch der Rausche zu katapultieren. Und dabei noch nicht mal von links angelsächsisch angequatscht werden. Die Angel-Sachsen werden nämlich noch immer in Dover im Stau stehen. Auch das Gefühl, uns am heimischen Tresen nach diversen Hopfenkaltschalen festhalten zu können, wird uns froh und heiter stimmen.
So soll es also 2021 sein. Oder auch nicht. Entscheiden können wir es selbst. Schönes, gesundes, neues Jahr!

Ihr Stefan Hackenberg

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