Da mein Herrchen heute berufsbedingt verhindert ist, nutze ich die Gunst der Stunde und belle mal meine Meinung zu Corona, Lockdown und fremde Personen im Haushalt. Gestatten, mein Name ist Icy. Icy Fire um genau zu sein und ich bin eine westsibirische Laika. Ein russischer Husky sozusagen, nur ziehe ich keine Schlitten unmotiviert durch die Gegend, sondern jage lieber Elche. So es denn welche gibt. Zur Not tun es auch Eichhörnchen.

Also, um es mal so zu bellen: Für euch Zweibeiner ist Corona echt eine Zumutung. Keine Chance auf Geselligkeit, ihr müsst euer Geld im Internet ausgeben und eure Haare werden länger als mein Fell. Und einen Kater dürft ihr euch auch nur alleine vor der Glotze antrinken. Aber so von Hund zu Mensch: wer will schon einen Kater? Ich jedenfalls nicht.

Ich sehe das Ganze eher positiv. Das fing schon Neujahr an. Statt wie gewohnt mit meinem Futterspender auf zwei Beinen pünktlich um 23.59 Uhr unter dem Tisch Platz zu nehmen, war es dieses Jahr erstaunlich still. Keine Böller bedeutete kein „Unter-den-Tisch“ kriechen. Und da auch über die gesamten Festtage keine Fremdlinge aus fernen Haushalten meinem Trog zu nahekamen, bin ich echt relaxt.

Schön auch, wieviel Zeit meine Leinenhalter jetzt für mich haben. Vor Corona waren die ständig unterwegs, angeblich um Brötchen zu verdienen, aber wie verdient man Brötchen? Die gibt es doch beim Bäcker. Nun aber sind die ständig mit mir draußen. Und das Schönste dabei: Sonst ist keiner dabei. Ich habe die komplett für mich.

Vor dem Lockdown waren wir auch dauernd unterwegs. Nur war der Unterschied ein wesentlicher. Da ging es nämlich zuerst zum Shoppen in die Stadt. Und das bedeutete stundenlanges Warten im Auto. Und nach dem Shoppen ging man gepflegt Kaffee trinken. Während die Leiner, so nenne ich sie mal, dummschwätzend vor ihrem Kuchen saßen, musste ich unter dem Tisch „Platz machen“. Noch nicht mal die genauso gelangweilten Hunde an den Nebentischen dürfte ich anknurren. Im Lockdown ist momentan das Einzige was knurrt der Magen der Leiner, wenn sie vor verschlossenen Cafés stehen. Recht so!

Klar, es gibt auch Schattenseiten. Die Nachbarshunde zum Beispiel, diese nervende Baggage. Noch nicht mal Rassehunde, sondern so eine Mischlingsmischpoke, und die sind jetzt ständig auf dem Nebengrundstück. Und was die kläffen können. Die sind so laut, da hört man ja sein eigenes Gebell nicht mehr. Nur weil deren Herrchen jetzt Homeoffice machen, sind die ständig da. Und man glaubt gar nicht, wie viele andere Hunde mit deren Futterspendern an der Leine genau da spazieren gehen müssen, wo ich sonst patrouilliere. Als ob denen die Welt gehört. Aber im Großen und Ganzen ist das mit Corona doch nur halb so wild. Ich fürchte nur, die schöne Zeit ist irgendwann vorbei. Dann verdient ihr wieder Brötchen, ich muss Euch beim Kuchen essen zuhören und zu bellen gibt es dann auch weniger. Aber bis dahin habe ich den ein oder anderen Kauknochen noch vor mir. Bis dahin!

Im Auftrag Icys grüßt ihr Stefan Hackenberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.