Kein Kuckucksei, sondern ein Osterei hat uns überrascht. Ein Ei ins Nest zu legen ist ja besonders dieser Tage irgendwie Tradition. Dass es dabei nun ausgesprochen bunt zuging, ist auch der Jahreszeit geschuldet. Nur musste das sein? Das Ei heißt Osterruhe, und während jeder Ostern begrüßt, die Ruhe nach Monaten des Lockdowns jedoch leidlich satt hat, hat dieses Ei nicht nur verwirrt, sondern auch frustriert. Es droht Gefahr für die Akzeptanz unserer Demokratie. Und das hat Folgen, die uns zum Nachdenken bringen müssen.

Ok, das mit dem Nachdenken ist auch in der großen Politik ein ständiges Thema, nur leider wird, Obacht – kein Irrtum, dort davon viel zu intensiv Gebrauch gemacht. Ja, Sie haben richtig gelesen. Es wird dort zu viel gedacht. Denken sollte uns alle eigentlich freuen, schließlich gibt es genug Alufolien-Kopfbedecker, Echsen-Gläubige und andere Realitätsverschonte, die der ratio abgeschworen haben.

Da lob ich mir dann doch die Denker. Auch die, die zudem noch Lenker sind. Doch an dieser Stelle und speziell für sie gilt: Genug gedacht, Zeit zum Handeln. Denn das bleibt beim vielen Nachdenken nachweislich auf der Strecke. Auch, oder gerade bei denen, die für uns bequemerweise oft das Denken übernehmen. Begründet mit dem diffusen Begriff der Bürokratie. Beispiele gefällig? In Deutschland können Hausärzte nicht Teil der Impfteams sein, denn da gibt es ja bürokratische Hürden. Oder auch der Verweis auf rechtliche Schwierigkeiten einen Negativ-Nachweis von Urlaubsrückkehrern zu fordern, wird mit bürokratischem Aufwand begründet.

Dabei gibt es eine ganz einfache Lösung: Lasst das mit der Bürokratie einfach sein. Gebt den niedergelassenen Ärzten den Impfstoff, und gut ist. Die werden den schon nicht auf dem Schwarzmarkt anbieten. Hippokratischer Eid und so, der wirkt. Und die Urlauber, die keinen negativen Test beibringen wollen, müssen halt auf Mallorca ausharren. Was weder für die als für uns besonders schlimm wäre.

Und wenn das dann läuft mit dem Abbau beziehungsweise dem Ignorieren der Bürokratie, dann ist es auch um unsere Demokratie besser bestellt. Und wir alle müssen uns dann sowohl was den Virus als auch was die nächsten Wahlen angeht, nicht mehr fürchten. Das macht Mut, gelle?

Ihr Stefan Hackenberg