Setzten sich gemeinsam für Demokratie und gegen Rassismus ein. Oberbürgermeister Uwe Santjer, Kriminaldirektor Arne Schmid (obere Reihe v. l.), die Strategiepaten Thomas Wittig und Britta Schumann sowie Landrat Kai-Uwe Bielefeld (untere Reihe v.l.) Foto: tw

LANDKREIS tw · Spätestens seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA gerät das Thema Rassismus auch in Deutschland immer mehr in den Blickpunkt. Ein Vorwurf mit dem sich auch die Polizei auseinandersetzen muss und will, wie eine Projekt der Polizei Niedersachsen, das auch in Cuxhaven umgesetzt wir, deutlich macht.

Die internationale „Woche gegen Rassismus“, nahmen Oberbürgermeister Uwe Santjer, Landrat Kai-Uwe Bielefeld, Kriminaldirektor Arne Schmidt, Leiter der Polizeiinspektion Cuxhaven sowie die Strategiepaten Britta Schumann und Thomas Wittig zum Anlass, das Projekt vorzustellen, das schon Ende 2019 an den Start ging, coronabedingt aber erst jetzt so richtig an Fahrt aufnimmt. „Polizeischutz für die Demokratie“ heißt das Bildungsprojekt zur Stärkung der demokratischen Widerstandskraft. Denn die Frage wie wir mit der Demokratie umgehen, beschäftigt auch die Polizei in Niedersachsen. Mit dem Projekt wollen sie ein Zeichen für die freiheitliche Demokratie, für den Rechtsstaat und für eine offene pluralistische Gesellschaft setzen.

Auch die Beteiligten in Cuxhaven, werfen einen sorgenvollen Blick auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Für sie ist es wichtig, rechtzeitig etwas zu unternehmen, bevor sich das Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft hineinfrisst, wie Santjer betonte. Und Schmidt will die Polizei dabei gar nicht ausnehmen. Auch hier gelte es gegenzusteuern, wenn bestimmte Werte an Konturen und Schärfe verlieren.

Schon beim bundesweiten Aktionstag „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 18. März sagte er: „Gerade die Polizei trägt gesamtgesellschaftlich eine große Verantwortung und wir sind uns unserer Vorbildfunktion bewusst. Die hier in den Vordergrund gestellten Themen – Rassismus und Vorurteile – haben keinen Platz in der Polizei. Deshalb ist es mir ein persönliches Anliegen unsere Strategiepaten bei ihrer Arbeit zu unterstützen.“

Die Strategiepaten der Polizeiinspektion sind Britta Schumann und Thomas Wittig, die bereits an mehreren Ideen arbeiten und eine bereits umsetzen – eine Führung zu den Stolpersteinen der Stadt Cuxhaven. „ Wir haben in Deutschland eine besondere Verantwortung mit der Vergangenheit umzugehen“, betonte Schmidt. „Wir müssen deutlich machen, welche dramatischen Folgen es hat, wenn man sich seiner Werte nicht mehr bewusst ist.“ Und hierfür sei die Führung ein wichtiger Baustein. Für Schuhmann und Wittig ist es dabei wichtig mit ihren Kollegen vor Ort zu sein, mit den zu Menschen reden, Barrieren im Kopf abzubauen.

„Gut und richtig“, findet Landrat Kai-Uwe Bielefeld das Projekt. „Nicht weil ich glaube, das unsere Polizei das nötig hätte, sondern um das Bewusstsein dafür wachzuhalten, das Rassismus in der Demokratie keinen Platz hat.“ Jeder einzelne sei gut beraten, die Augen offenzuhalten und gegenzusteuern.