Foto: Pixabay

LANDKREIS re · Zwar stellten in den letzten Monaten einige Schüler ihren Eltern die eher ungewöhnliche Frage „Wann darf ich endlich wieder in die Schule?“ – trotzdem ist die Freude auf die Sommerferien bei vielen groß. Doch: vorher steht noch die Zeugnisvergabe an. In diesem Schuljahr wurden nicht nur Englisch-Vokabeln gepaukt, nein, es kamen auch „neue“ deutsche Begriffe wie Inzidenzwert, Wechselmodell, Distanzunterricht und Bundesnotbremse hinzu.
Als anstrengend und nervig beschrieben viele Schüler, die sich mit ihren Sorgen an das Kinder- und Jugendtelefon des Deutschen Kinderschutzbundes Cuxhaven in Kooperation mit „Nummer gegen Kummer“ wandten, die Situation im Homeschooling oder die Maskenpflicht in der Schule. Die anfängliche Begeisterung für Video­konferenzen flaute schnell ab und die indirekte Begleitung durch Lehrkräfte, eine oftmals unzureichende technische Ausstattung und keine Aussicht auf Normalität ließen die Motivation zuhause bei vielen allmählich schwinden. Sie vermissten besonders ihre Freunde und die Freizeit- und Sportangebote. Es gab aber auch Schüler, die froh waren, in der Klasse nicht mehr dem Gruppendruck ausgesetzt zu sein. Ängste um die Gesundheit der Angehörigen, besonders um die Großeltern wurden angesprochen. Stress zu Hause durch berufliche Anforderungen der Eltern wie Homeoffice oder finanzielle Nöte belasteten.
Wie sich das veränderte Leben in den Familien, das Lernen allein und digital, auf die Zensuren auswirkt, wird sich nun zeigen. Das kann die Vorfreude auf einen unbeschwerten Sommer bei manchem Schüler trüben. Denn auch die diesjährige Zeugnisvergabe kann Kummer bereiten oder zu Konflikten innerhalb von Familien führen.
Das Kinder- und Jugendtelefon kann hier Ansprechpartner sein. Kinder und Jugendliche finden montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111 Unterstützung am Kinder- und Jugendtelefon oder rund um die Uhr bei der Online-Beratung unter www.nummergegenkummer.de.
Auch für viele Eltern war es ein besonderes Schuljahr in Zeiten der Pandemie. Mütter und Väter fühlten Überforderung und Erschöpfungszustände in Folge der Doppelbelastungen. Auch teilten sie Ängste, dass ihre Kinder in ihren Leistungen nun nicht mehr mithalten können, weil sich das Homeschooling nur schwerlich umsetzen ließ. Das bundesweite Elterntelefon von Nummer gegen Kummer e.V. ist hier Ansprechpartner. Es ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags auch bis 19 Uhr, unter (0800) 111 0 550 zu erreichen. Die Beratungsangebote sind anonym und kos­tenlos erreichbar.