Die Preisträger mit der Stiftungsvorsitzenden Karin Lüdke (3.v.l.) Foto: tw

CUXHAVEN tw ·
Operationsmethoden am Kopf, Smart Farming und ein Getränkeautomat – das sind kurzgefasst die Themen mit denen sich die Facharbeiten der diesjährigen Preisträger des Schülerpreises der GGH-Stiftung – benannt nach dem Gründers Gustav G. Hebold – beschäftigen. Zum 20. Mal wurden die drei besten mathematisch-naturwissenschaftlichen Facharbeiten an den Cuxhavener Gymnasien mit jeweils 300 Euro ausgezeichnet, bei denen es auch darum geht, eine selbstständige Arbeit nach wissenschaftlichen Kriterien zu erstellen. „Das schon in der Schule zu lernen hat viele Vorteile“, so Karin Lüdke, Vorsitzende der Stiftung bei der Preisverleihung im Lichtenberg-Gymnasium. Ihr mache es immer Freude in die Arbeiten reinzuschauen, gebe es ihr doch die Chance mehr über die bearbeiteten Themen zu erfahren.

Wer Preisträger wird, entscheiden dabei die Schüler im Grunde selbst. Denn ausgezeichnet wird immer die beste, von den jeweiligen Lehrern benotete Arbeit des Jahres am Amandus-Abendroth-Gymnasium (AAG), am Lichtenberg-Gymnasium (LIG) und der BBS Cuxhaven.

Bei Jan-Marten Bardorrek vom AAG kam neben einer sehr guten Leistung auch noch Glück hinzu. „Denn in diesem Jahr gab es am AAG zwei hervorragende Facharbeiten, die für den GGH-Preis infrage gekommen wären.“ Durch ein Losverfahren fiel die Entscheidung auf seine Arbeit „ETV, ein endoskopisches Therapieverfahren als sinnvolle Alternative bei idiopathischem Normaldruckhydrozephalus?“, in der Jan-Marten Bardorrek zwei unterschiedliche neuro-chirurgische Behandlungswege für erhöhten Hirnwasserdruck untersuchte, und feststellte, dass es noch zu wenig qualitativ-hochwertige und belastbare Studien gibt, um zu entscheiden welche der Operationsmethoden vorteilhafter als die andere ist.

Als Karin Lüdke die Arbeit „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung als Chance für eine nachhaltige Landwirtschaft“ von Tomke Diekhoff vom LIG las, „sah ich den Bauern der Zukunft auf dem Sofa sitzen: er konsultiert die Datenbefunde auf seinem Smartphone, er steuert mit dem Joystick seine Photodronen übers Feld an die einzelne Pflanze heran oder befiehlt seinen selbstfahrenden Traktor zum Einsatzort“. Tomke Diekhoff ging der Frage nach, wie eine umfangreiche digitale Erfassung von Daten und deren Auswertungen dem Landwirt bei Viehhaltung und Ackerbau helfen können. Zwar gehe es in erster Linie um kostensparende Maßnahmen, so Lüdke, aber es könnten auch wünschenswerte umweltfreundliche Effekte im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft erreicht werden.

„Paamestia“ – hinter diesem kurzen und geheimnisvollen Titel der gemeinsamen Facharbeit von Dominic Kosin, Arwid Randow, André Milling und Max Schiemann verbirgt sich ein Getränkeautomat, den sie „mit kleinem Budget aber großem Aufwand gebaut und zum Laufen gebracht haben“. Dieser Automat mixed nach den Wünschen der Gäs­te eine Mischung aus fünf verschiedenen Säften. Bei ihrer Arbeit stellten die vier auch fest, dass der Abgabetermin „allen noch so tollen Ideen und Tüfteleien immer ein brutales Ende setzt“. Das sie deshalb am Ende selbst so beurteilten: „Die Maschine erfüllt zwar ihren Zweck, aber zu langsam und leider mit Leckagen.“ Es zeigt aber auch, dass die Schüler immer mit ganz viel Herzblut und Engagement bei der Sache sind. Obwohl die Arbeit bereits abgegeben war, tüftelten sie weiter und konnten stolz verkünden: „Die angesprochenen Probleme haben wir noch gelöst.“