Zwei die gewählt werden wollen: Bundestagskandidat Günter Wichert (2.v.r.) begrüßte FDP-Chef Christian Lindner (r.) auf dem Kaemmerplatz in Cuxhaven Foto:sh

CUXHAVEN sh · Gerne wäre sie dabei, bei der nächs­ten Bundesregierung. Dazu sind, so ist es in einer Demokratie, möglichst viele Wählerstimmen nötig. Im Bund wie auf kommunaler Ebene. Kein Wunder also, dass die FDP nicht nur eine große Anzahl von Laternenpfählen in Cuxhaven intensiv als Werbefläche nutzt, sie bringt auch die Kandidaten in die Stadt. Mit Christian Lindner sogar den Parteivorsitzenden, der gemeinsam mit dem Bundestagskandidaten Günter Wichert und dem FDP-Fraktions­chef im niedersächsischen Landtag Stefan Birkner auf dem Kaemmererplatz zu gut 200 Interessierten sprach.

Der Slogan der FDP ist tatsächlich auch ihr Programm. „Es gibt viel zu tun“ lautet er, und Christian Lindner versuchte einen Eindruck zu vermitteln, wo er denn mit „dem tun“ beginnen wolle. Zuerst einmal sei Corona beziehungsweise die Pandemie nicht vorbei. Aber es gelte gerade deshalb den Staat „wieder handlungsfähig“ zu machen. Und dazu sei in erster Linie auch eine finanzielle Unterstützung gefordert. Ob der Staat bislang handlungsunfähig sei, mag dahingestellt sein. Für den FDP-Chef sei der Staat aber gerade jetzt gefordert. Unterstützung im Kampf erwartet er von den Bürgern. Beispielsweise mit der Annahme des Impfangebotes. Das sei die Möglichkeit, „den Normalzustand wieder zu erreichen“.

Neben der Pandemie war das zweite große überparteiliche Thema des Wahlkampfes von Bedeutung: der Klimawandel und seine Folgen, aber vor allem die Notwendigkeit des Klimaschutzes. Der könne – und müsse – zum Wirtschaftsmotor der nächsten Jahre werden. Und dann folgte ein weiterer Blick in die Glaskugel, nämlich bezüglich der Kanzlerfrage der nächsten Legislaturperiode. Wobei Christian Lindner sich nicht festlegte wer, sondern wer nicht Regierungschef würde. Weder Annalen Baerbock noch Olaf Scholz würden es werden, das sei klar. Und so setzt er auf ein Bündnis von CDU und Grünen, die mit Hilfe der FDP dann regieren könnten. Wobei es vorher für den Wähler hilfreich sein könnte, auf Gedrucktes zurückgreifen zu können. Zwar ist der Einsatz für eine funktionierende Digitalisierung gut, allerdings wünschte sich so mancher Besucher der Wahlveranstaltung ein papierenes Programm. Davon gab es auf dem Kaemmererplatz leider kein einziges Stück.