LANDKREIS sh · In vier Tagen, am 12. September, geht es um mehr als einen neuen – oder alten – Bürgermeister. Die Kommunalwahlen sind für die Bürger die Möglichkeit, ihre direkten Interessensvertreter zu wählen. Auf den Chefsesseln im Rathaus, wie zum Beispiel in Hemmoor (Foto, sh), aber auch im Kreistag sowie den Stadt-, Gemeinde- und Ortsräten wird Politik vor der und für die „Haustür“ gemacht. Mit den Kommunalwahlen entscheidet sich, wer die Entwicklung der Heimat in den nächsten fünf Jahren mitbestimmt. Und wer direkter Ansprechpartner für Bürgerwünsche und -willen sein wird. Neben den Chefsesseln sind die Ratssitze deshalb von immenser Wichtigkeit.
Alle Jahre wieder, genauer gesagt alle fünf Jahre wieder, entscheidet eine Wahl über die Politik direkt vor der Haustür. Wenn der Kreistag neu besetzt wird und die Rathäuser neue Chefs bekommen ist das direkter Bürgerwille. In Berlin kann der Bund die Förderung regenerativer Energien gesetzlich regulieren oder die Digitalisierung der Schulen finanziell fördern. Entscheiden, wo ein Windrad letztendlich steht und welche Schule welche Gelder wirklich bekommt, ist am Ende Sache von Kreis und Kommune. Wichtig also, wer die Stimme der Bürger vor Ort erhält.
Es gilt, Abgeordnete für die Regionsversammlung, die Kreistage, die Stadträte, die Gemeinderäte, die Samtgemeinderäte sowie die Mitglieder der Stadtbezirksräte und Ortsräte zu bestimmen. Nirgendwo sonst ist der Bürger näher an die Politik angedockt.
Es lohnt sich daher genauer hinzuschauen. In den Kreistag beispielsweise. Zwar wird kein neuer Landrat im Cuxland gewählt, aber alle Kreistagsmandate stehen zur Wahl. Und auch die Ortsgemeinderäte stehen zur Wahl. Der Kreiswahlausschuss hat in seiner Sitzung am 28. Juli insgesamt 43 Wahlvorschläge von Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerbern zugelassen. Insgesamt bewerben sich 275 Kandidatinnen und Kandidaten für die 58 Kreistagsmandate.
Und um die Bürgermeistersessel in den großen Gemeinden oder kreisfreien Städte. Im Erscheinungsgebiet der EWa betrifft die Wahl der Bürgermeister vor allem die Stadt Geestland, die Samtgemeinden Hemmoor und Land Hadeln sowie die Wurs­ter Nordseeküste.
In Geestland bewerben sich jeweils als Einzelwahlvorschlag zwei Kandidaten. Der bisherige Bürgermeis­ter Thorsten Krüger hat als Mitbewerber den Unternehmensberater Ferdinand Schmarje, aus Elmlohe. In Hemmoor treten als Samtgemeindebürgermeis­ter-Kandidaten Jan Tiedemann von der SPD und die parteilose, jedoch von der CDU unterstützte Birte Zöllner sowie der Finanzberater Jens Kleen an. Sollte keiner der drei Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, steht eine Stichwahl an. In der Samtgemeinde Land Hadeln droht keine Stichwahl. Als einziger Kandidat will der bisherige Vize-Verwaltungschef Frank Thielebeule die Nachfolge des nicht mehr zur Wahl stehenden Bürgermeisters Harald Zahrte antreten. Und in der Wurster Nordseeküste hat Bürgermeister Marcus Itjen mit dem Einzelbewerber Frank Chrzanowski einen Mitbewerber. Wer jetzt glaubt, die Wahl sei Qual, sollte sich bewusst machen, dass sich am 12. September Politik aktiv mitbestimmen lässt. Wer nicht wählt, ist tatsächlich selber schuld.