LANDKREIS ano/sh/tw · Die Anspannung war ihm noch leicht anzumerken. Frank Thielebeule (l.) wird neuer Bürgermeister der Samtgemeinde Land Hadeln und nahm die Glückwünsche des bisherigen Amtsinhabers Harald Zahrte an (Foto: tw). Während es in der Samtgemeinde Hemmoor in zwei Wochen zur Stichwahl zwischen Jan Tiedemann und Birte Zöllner kommt, lief es in der Stadt Geestland und der Gemeinde Wurster Nordseeküste für die bisherigen Amts­inhaber Thorsten Krüger und Marcus Itjen glatt. Beide Kandidaten hatten deutlich die Nase vorn und können die Amtsgeschäfte weiterführen.

Drei im ersten Anlauf gewählt – Bürgermeisterwahlen in Kommunen / „Bunter“ Kreistag

Für Thorsten Krüger (SPD) war es eine klare Sache. Obwohl er mit Ferdinand Schmarje diesmal einen Gegenkandidaten hatte, konnte der Bürgermeister der Stadt Geestland bei der Kommunalwahl am Sonntag seine Zustimmungswerte ausbauen: 81,84 Prozent der Wähler votierten für ihn; vor sieben Jahren waren es 79,84 – ohne Mitbewerber. „In erster Linie hat Geestland gewonnen, das ‚Wir‘ halt. Wir haben einfach ein tolles Team. Aus Bürgern und Mitarbeitern der Verwaltung, aus den Geestländern halt“, gab er sich bescheiden.
Nicht ganz so deutlich, aber dennoch mit überzeugenden Ergebnissen konnten Marcus Itjen und Frank Thielebeule ihre Wahlen gewinnen. Ersterer behauptete mit 67,17 Prozent Zustimmung das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Wurster Nordseeküste und verwies seinen Gegenkandidaten Frank Chrzanowski mit beachtlichen 32,87 Prozent auf Platz 2. „Ich bin dankbar, dass ich weiter an der Wurs-ter Nordseeküs­te die Bürger der Gemeinde vertreten darf. Wir werden in den nächsten Jahren noch eine Menge erreichen“, sagte er.
Frank Thielebeule, wie Itjen parteilos, reüssierte in der Samtgemeinde Land Hadeln. Der bisherige Erste Samtgemeinderat, der mit 73,78 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt wurde und keinen Gegenkandidaten hatte, tritt die Nachfolge von Harald Zahrte an, der 26 Jahre lang die Geschicke der Samtgemeinde lenkte und etwa die Fusionen mit den ehemaligen Samtgemeinden Sietland und Am Dobrock meisterte. Thielebeule freute sich über die parteiübergreifende Unterstützung und jetzt auf seine neue Aufgabe „in einer wunderbaren Samtgemeinde und die Zusammenarbeit mit dem Samtgemeinderat und den Mitgliedsgemeinden“. Doch erst einmal „geht morgen um 8 Uhr der Job wieder los“, sagte er am Sonntagabend.
„Wo drei antreten, müssen zwei in die Stichwahl“ – diese alte Politweisheit bestätigte sich in der Samtgemeinde Hemmoor. Hier waren Jan Tiedemann (SPD), und Birte Zöllner (Parteilos) und der ebenfalls parteilose Jens Kleen angetreten. Tiedemann verbuchte 46,78 Prozent Zustimmung, Zöllner erreichte 38,37 Prozent und Kleen blieb mit 14,85 Prozent abgeschlagen auf Platz 3. Da keiner die absolute Mehrheit erzielte, müssen Tiedemann („Ich bin glücklich mit dem Ergebnis, mit dem ich gut in die zweite Runde gehen kann. Jetzt stehen noch einmal 14 Tag Wahlkampf an, in denen ich noch einmal meine Themen und mein Programm vorstelle, in dem wir aufzeigen wie wir das Mittelzentrum Hemmoor für die nächsten Jahre nach vorne bringen wollen.“) und Zöllner („Ich will nicht um Mehrheiten mit Parteien, sondern für die Menschen und die Sache kämpfen. Denn wenn wir was bewegen wollen, brauchen wir ein Miteinander, kein Gegeneinander.“) am 26. September – zeitgleich zur Bundestagswahl – zur Stichwahl antreten; es bleibt also hier nochmal spannend.
Ob all jene, die jetzt in den „bunter“ gewordenen Kreistag einziehen, eine Bereicherung sein werden, wird sich weisen müssen. Das gilt für jene Vertreter der Tierschutzpartei (1,85 Prozent, 1 Sitz), der „Partei“ Die Basis (0,7 Prozent, 1 Sitz) ebenso wie für die geschrumpfte AfD-Fraktion (4,88 Prozent, 3 Sitze – vorher 8,18 Prozent, 5 Sitze). Zehn Parteien und Gruppierungen sind im Kreistag vertreten. Wie sich dort die Mehrheitsverhältnisse gestalten werden, wird sich bis zur konstituierenden Sitzung am 3. November herausstellen. Auf jeden Fall haben sich Erosionsprozesse der großen Parteien auf Bundesebene so im Landkreis nicht fortgesetzt. Zwar mussten CDU (35,95 Prozent, 21 Sitze – vorher 39,12 Prozent, 23 Sitze) und SPD (32,72 Prozent, 19 Sitze – vorher 34,67 Prozent, 20 Sitze) Verluste hinnehmen, die allerdings einigermaßen im Rahmen blieben. Eindeutige Gewinner sind die Grünen (12,38 Prozent, 7 Sitze – vorher 8,45 Prozent, 5 Sitze) und in einem etwas kleineren Rahmen die FDP (5,36 Prozent, 3 Sitze – vorher 2,44 Prozent, 2 Sitze). Komplettiert wird der Reigen durch Die Linke (1,72 Prozent, 1 Sitz – vorher 2,57 Prozent, 2 Sitze), die Bürger- liste (1,29 Prozent, 1 Sitz) und Freie Wähler (2,32 Prozent, 1 Sitz – vorher 2,47 Prozent, 1 Sitz).