„Ein beeindruckendes Zeichen“

Sternmarsch und Kundgebung für Respekt und Menschenwürde

„Wir stehen für Demokratie, Zusammenhalt, Respekt und Menschenwürde“. Diese Worte einte am Samstag die Menschen aus dem gesamten Landkreis, die im Sternmarsch zur Kundgebung auf den Kaemmererplatz zogen Foto: tw

CUXHAVEN tw · Es war eine starke Botschaft, die am Samstag die Teilnehmer der Demonstration „Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde“ aussendeten. Rund 1.200 Menschen versammelten sich laut Angaben der Polizei in Cuxhaven um ein sichtbares Zeichen gegen Rechts zu setzen. „Wir halten zusammen“, „Wir leben friedlich miteinander“, „Humanitäre Flüchtlingspolitik“, „Respekt und Menschenwürde gegenüber allen Menschen in Cuxhaven“, „Menschenrechte statt Rechte Menschen“ – mit Plakaten und Transparenten setzten sie sich von der Alten Liebe, vom Wochenmarktplatz und vom Rathaus aus in einem Sternmarsch in Richtung Kaemmererplatz in Bewegung.
„Es ist ein beeindruckendes Zeichen, dass sie heute so zahlreich hier sind“, begrüßte sie der Altenwalder Pastor Achim Wolf. Er ging in seiner Rede darauf ein, dass es nicht darum gehe, eine Krise zu bewältigen sondern miteinander gut zu leben. „Wir wollen nicht ausgrenzen, wir wollen integrieren“, betonte er und fügte hinzu: „Unterschiedliche Menschen sind kein Mangel, sondern unser Reichtum.“ Er wandte sich deshalb gegen eine Klima der Ausgrenzung auch aus Reihen der Politik. „Die Gefahr wird nicht kleiner, wenn sie bagatellisiert wird.“
Dabei ginge es so vielen noch nie so gut wie heute, „aber wir haben etwas Fundamentales verloren. Wir leiden an einer Armut des Gemeinschaftsgeistes.“ Jeder sei sich selbst der nächs­te. Dem gelte es sich entgegenzustellen. Im Sternmarsch, der die Menschen an einem Platz zusammenführt, an dem sie gemeinsam feiern, sieht er ein positives Zeichen, ein Symbol für den Anfang. „Das Böse, das die Menschen auseinanderdividiert, verliert Macht, das Gute wird an dieser Stelle stark. Wenn Menschen aufeinander Acht geben und miteinander ihr Leben gestalten ist das erfülltes Menschsein.“
„Gut, dass Sie alle hier sind und Flagge zeigen“, freute sich auch Bürgermeister Bernd Jothe in seinem Grußwort. Es gelte sich einzusetzen gegen Hass und Gewalt in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Der Landkreis und die große Mehrheit des Kreistages stehen hinter diesem Gedanken, machte der stellvertretende Landrat Richard Schütt in seinem Grußwort deutlich.
Die Initiatoren Sven Wersien, 1. Vorsitzender des Christlichen Sozialwerks Cuxhaven e.V., und der Landtagsabgeordnete Uwe Santjer, Vorsitzender der SPD Cuxland, waren stolz und berührt, dass so viele Menschen dem Aufruf von über 50 Vereinen, Verbänden und Institutionen gefolgt waren. Er habe ein großes Problem damit, dass Obdachlose angezündet, das Polizei, Rettungssanitäter und Feuerwehr angegriffen werden, ein Problem mit aufkeimenden Antisemitismus, damit dass Menschen mit Behinderung schlecht behandelt, dass Menschen, die hier Schutz suchen gejagt werden, erklärte Wersien seine Motivation, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Es gelte Hass und Gewalt die rote Karte zu zeigen, so Santjer. „Wir brauchen die Solidarität derer, die Respekt haben und für ein würdevolles Leben im Landkreis sind.“ Es sei ganz natürlich, dass Menschen Angst vor dem Fremden haben, sagte er auf Nachfrage. Aber es gebe ein einfaches Mittel dagegen. „Wenn wir uns besser kennen lernen, stellen wir fest, dass wir keine Angst haben müssen.“
So wie es auch auf der Kundgebung geschah. Und das bei musikalischer Untermalung vor und nach der Kundgebung von den Bands „Turn­around“ und „Soulrender“.

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