Mord an Journalistin: bulgarischer Tatverdächtiger wird ausgeliefert

Foto: Wengert/pixelio.de

CELLE/STADE re · Dem am Dienstag in Stade vorläufig festgenommene bulgarischen Staatsangehörigen, der im Verdacht steht, am 6. Oktober die bulgarische TV-Journalistin Viktoria Marinova vergewaltigt, beraubt und ermordet zu haben, ist gestern vom Amtsgericht Stade der gegen ihn erlassene Europäische Haftbefehl der bulgarischen Justizbehörden bekannt gegeben worden.
Bei seiner Vernehmung hat er die ihm zur Last gelegte Tat teilweise gestanden. Er hat eingeräumt, am Morgen des 7. Oktober in einem Park am Donauufer von Russe/Bulgarien unter starkem Einfluss von Alkohol und Drogen stehend eine ihm zuvor unbekannte junge Frau im Zuge eines zufälligen Streits ins Gesicht geschlagen, sie danach hochgehoben und in ein Gebüsch geworfen zu haben. Einen Tötungsvorsatz hat er indes in Abrede genommen; ebenso bestreitet er, die Frau vergewaltigt und beraubt zu haben. Ein politischer Hintergrund kann auf der Grundlage dieser Einlassung nicht angenommen werden.
Das Oberlandesgericht Celle hat heute gegen den Beschuldigten die förmliche Auslieferungshaft angeordnet.
Der Beschuldigte selbst hat keine Einwendungen gegen seine Auslieferung erhoben und sich mit einem beschleunigten vereinfachten Auslieferungsverfahren einverstanden erklärt.
Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat die Auslieferung des Beschuldigten nach Bulgarien bewilligt. Das Gesetz sieht für den Vollzug der Auslieferung eine Frist von 10 Tagen vor. Mit der Auslieferung des Beschuldigten ist demnach in Kürze zu rechnen.

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