Handwerklich gut muss es sein

Presseklub lud zum dritten Aquariumsgespräch ein

Volker Heigenmooser und Dörte Behrmann sprachen über Schreiben und Geschriebenes Foto: sh

BREMERHAVEN sh · Wer sein eigenes Unternehmen Wortmanufaktur Heigenmooser nennt, hat auch handwerkliches Verständnis von seinem Beruf. Und berufen fühlt sich Volker Heigenmooser sicherlich zum Journalismus. Beim dritten Aquariumsgespräch des Bremerhavener Presseklub im Zoo am Meer sprach die Vorsitzende des Presseklubs Dörte Behrmann mit dem Pressesprecher des Bremerhavener Magistrats.
Der gebürtige Bayer, den es vor 34 Jahren in die Seestadt zog, zeichnet ein typisches Journalistenleben aus.
Pünktlich zur ersten Sail und zugleich beim Werftensterben Zeuge, siehe die Rickmer-Werft, begann er seine berufliche Laufbahn beim Hörfunk. „Die erste Sail habe ich noch aus dem Rundfunkgebäude am Fenster live kommentiert.“ Undenkbar heute, bei dem ein ganzer Stab samt Aufnahmeequipment die Mammutveranstaltung begleitet. Als Bayer bar jeder maritimen Erfahrung, dafür mit einem Bruder als Kapitän, machte der Rookie wohl einen ausgezeichneten Job. Die nächsten Jahre jedenfalls war er die Rundfunkstimme der Sail. Der „Küstenbayer“, wie er sich selbst bezeichnet, berichtete die nächsten Jahre über Bremerhaven. Reden kann er, das hat er zur Genüge beim Rundfunk bewiesen. Schreiben aber auch. Denn er „füttert“ als Pressesprecher des Magistrats nicht nur die Journalisten mit Information aus der Seestadt, sondern er ist auch selber aktiv. Als Autor des Bremerhavener Krimis „Die Leiche im Keller“ – welch passender Titel für die Seestadt möchte man raunen – und als „Handwerker“ der Wortmanufaktur. „Da beschäftige ich mich mit der Herstellung und Heilung von Texten.“
Als Pressesprecher und als Lehrbeauftragter an der Universität Bremen sei er mittlerweile vom Journalisten zum Kommunikator geworden. Wobei er in Zeiten digitaler Informationen nur noch schwer das Publikum direkt erreiche. Zwar mache er als Magistratssprecher keine Parteipolitik, aber es ärgere ihn, wenn pauschal das Bild von Bremerhaven bei der auswärtigen Presse negativ gezeichnet würde. Und für die schreibenden Kollegen hat er noch einen wichtigen Hinweis: Das Wichtigste einer Information gehört an den Anfang des Textes. Quod erat demonstrandum.

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