Viel los rund um Hort und Krippe

Cuxhavener SPD-Fraktion lud zum Fachforum

Großes Interesse fand das Fachforum zum Thema Kita, Krippe, Hort bei den Cuxhavenern Foto: sh

CUXHAVEN sh · Der Bürgersaal im Rathaus ist groß, manchmal aber nicht groß genug. Zum Fachforum zur Situation von Krippe, Kita und Hort in der Stadt hatte die Cuxhavener SPD-Fraktion geladen, aber sicherlich nicht mit soviel Andrang gerechnet. Auf rege Beteiligung hatte man gesetzt, rege Beteiligung gab es. Denn die Situation ist für viele Eltern seit dem Frühjahr unverändert. Es fehlen nach wie vor zahlreiche Plätze in den Krippen, Kitas und den Horten. Anfang des Jahres waren es 300, und da es nach wie vor an Fachkräften mangelt, konnte sich da auch nicht viel ändern. Aktuell sprach man von fehlenden 34 Plätzen.
Trotz des geänderten Kita-Gesetzes zur Beitragsfreiheit sieht man in Cuxhaven keine schnelle Lösung. Uwe Santjer verwies auf die zurückliegende Diskussion, ob das Land in die Beitragsfreiheit investieren solle oder das Geld für mehr Erzieher nutzen solle. „Diese Sache ist zugunsten der Beitragsfreiheit geklärt.“ Allerdings bliebe das Problem der fehlenden Erzieher bestehen. Cuxhaven habe eine „gute Kita-Quote, aber es reicht nicht aus.“ Das Positive sei, dass ab dem 1. August acht Stunden täglich für die Eltern beitragsfrei seien. Zu dem käme die Sprachförderung wieder in die Verantwortung der Kitas, Kindergärten und Horte. Dies war von den Grundschulen gefordert worden, die sich überfordert sahen. „Das Land stellt für die Sprachförderung 34,5 Millionen bereit“, so Santjer.
Auch die Betreuungsquote sei nicht ideal. „Momentan haben wir eine Quote von einem Erzieher auf zehn Kinder. Eins zu acht ist jedoch angestrebt.“ Doch der Fachkräftemangel sei nicht schnell zu ändern. Um die Qualität der Betreuung und Erziehung zu halten, fände gerade die Diskussion um die sogenannten Quereinsteiger statt. Hier setze man in Zukunft weiter auf Fachkräfte und fachlich geprüfte Quereinsteiger. Mit der Betonung auf fachlich geprüft.
Dass dies aber notwendig sei, und zwar umgehend und ohne weitere Verzögerung, wurde aus dem Publikum deutlich. Auch Andreas Nitz vom Stadtelternrat sagte sehr klar, dass für weitere Verzögerung kein Platz mehr sei. Zwar lobte er die neue Landesregierung, aber „was jetzt geschaffen wird, kommt leider viel zu spät.“ Eltern bräuchten jetzt die Plätze, nicht erst 2020. Und er stellte die Frage, „wie hoch ist der Platzbedarf wirklich?“ Petra Wüst als Dezernentin der Stadtverwaltung nannte auch Zahlen. Seit 2007 habe man 19 Krippen eingerichtet, die momentan von 364 Kindern besucht würden. Damit erreiche man eine Versorgung von gut 90 Prozent. Zu dem seien 1590 Kinder in den Grundschulen und man verfüge über 868 Hortplätze. Trotzdem bestände der Bedarf an vier weiteren Kindergärten und einer zusätzlichen Hortgruppe. Bei der anschließenden Diskussion mit dem Publikum standen Betreuermangel und Zeitnot im Fokus.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

avatar
  Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: